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Wümme von Hellwege bis Hexenberg

Wümme von Hellwege bis Hexenberg

Auch in diesem Herbst hat es viel zu wenig geregnet und auch im Dezember wurde das Niederschlagsdefizit nicht ausgeglichen. So wollten wir nicht riskieren, die Lehrde bei zu geringem Wasserstand zu paddeln und wichen auf die Wümme aus. Der Pegelstand bei Hellwege betrug 110cm, das ist Mittelwasserstand und die Wümme lässt sich gut paddeln. Bilderbuchwetter kündigte sich schon bei Sonnenaufgang an und sollte uns den ganzen Tag verwöhnen.

Auch wenn die Wümme von Hellwege bis zum Abzweig des Nordarms relativ breit ist, mussten wir immer wieder umgestürzten Bäumen und weit in den Fluss hineinragenden Büschen ausweichen. Bei der munteren Strömung erforderte das schon ein bisschen Konzentration und Bootsbeherrschung.

Enger wird der Nordarm und die Hindernisse ragen teils über den ganzen Fluss. Auf der Strecke von Hellwege bis Hexenberg gibt es seit einiger Zeit keine Wehre mehr, der Fluss ist „renaturiert“ worden. Für Fische, die flussaufwärts wandern, ist das genau so angenehm wie für uns Paddler. Anstelle der Wehre sind nun mehrere Schwälle entstanden. Einige der Schwälle sind mit Gestrüpp zugewachsen, dann wird es für uns auch mal Paddler spannend. Die Mützen und Brillen sollten gesichert sein, denn begierig „greift“ mancher Ast danach.

Zwischen Fischerhude und Hexenberg lagen vermehrt umgestürzte Baume im Wasser. Die Erklärung ist einfach: Frischer Bieberbiss hatte die Bäume so geschwächt, dass sie wohl den Stürmen der letzten Tage nicht mehr Stand gehalten haben. Den Bieberbiss hatten wir schon bei Touren in früheren Jahren beobachtet. Es scheint sich offenbar nicht nur um ein durchziehendes Tier, sondern um einen oder mehrere ständige Bewohner zu handeln. Gesehen haben wir den Bieber, bekannt als scheues Tier, leider nicht.

INFO: Der befahrene Abschnitt der Wümme ist landschaftlich lohnend und gut zu befahren, jedoch hat die Anzahl der Baum- und Buschhindernisse in den letzten Jahren zugenommen. Eine gewisse Vorausschau, eine kleine Paddelgruppe (wir waren zu viert), kurze, wendige Boote und deren gute Beherrschung sind Voraussetzung für eine entspannte Tour.

Detlev Kalter

Fotos: Detlev Kalter