Kajak Aktiv

Harrysand

Harrysand

Die Kajaktour um den Harriersand ist eigentlich eine der Standardtouren für uns Bremer Kajaker.

Eine recht schnelle Anreise, kein Umsetzen der Fahrzeuge, teils leicht maritimer Charakter, teils geschützte, fast idyllische Flusslandschaft machen die Tour attraktiv. Besonders im Winterhalbjahr fordert der Harriersand zu einer Umrundung heraus, dann lassen sich mit etwas Glück allerlei Vögel beobachten. Je kälter es ist und je mehr der umliegenden Gewässer zugefroren sind, deso mehr Vögel finden sich im Gebiet um den Harriersand ein.

Das schöne Wetter kurz vor Jahresschluss hat uns, trotz nicht optimaler Tide, bewogen noch mal eine letzte Rande um den Sand zu paddeln. Um nicht in die Dunkelheit zu kommen, waren wir gezwungen auf dem Rückweg etwa eine Stunde gegen die Tide zu paddeln.

Die tief stehende Sonne und das glitzernde Wasser hätte eine Sonnenbrille sinnvoll gemacht, die aber lag warm und trocken zu Hause, so musste also ich mit zusammen gekniffenen Augen paddeln. Schön, dass ein leichter Wind von vorn wehte, der sollte uns später bei der Rückfahrt gegen die Tide helfen.

Schilfufer säumen den Uferbereich der kleinen Weser und fette Weiden bieten jetzt den Gänsen einen reich gedeckten Futterplatz. So waren dann auch viele hundert von denen auf dem Harriersand unterwegs. Zuerst nahmen wir immer wieder nur die Geräusche wahr, dann aber scheuchte ein Adler die grasenden Gänse auf.

Bei etwa km 2 ist die Durchfahrt durch die kleine Weser lange Jahre durch die Verschlickung weit vor dem Tidenkipp kritisch gewesen. In der Vergangenheit haben wir dort bereits einmal fest gesteckt und mussten auf das auflaufende Wasser warten. Ziemlich intensive Baggerungen haben dafür gesorgt, dass wir jetzt, zwei Stunden vor Hochwasser bereits einen Meter Wasser unter dem Kiel hatten. Die Schattenseite: Der ökologisch wertvolle Schilfbereich ist arg in Mitleidenschaft gezogen und ansehnlich ist der Eingriff auch nicht gerade. Hoffentlich begrünt sich das am Ufer lagernde Baggergut im kommenden Frühjahr wieder.

Unsere Rast machten wir wegen des schönen Wetters und der knappen Zeit bis zum Sonnenuntergang auf Harriersand und nicht, wie sonst im Winter üblich, in den „Schönen Aussichten“.

Auf der Weserseite bildete das goldbraun verfärbte Schilf einen schönen farblichen Übergang vom Stahlblau des Wassers zum tiefblauen Winterhimmel. Die schönen alten Türme auf dem Harriersand strahlten im Sonnenlicht. Nur die „Skyline“ von Brake erinnert an Bedeutung der Hafenwirtschaft und stört die Idylle. Zwei Schlepper überholten uns und kurz vor unserem Ziel Sandstedt begrüßte und ein Seehund. Leider sind die Tiere offensichtlich kamerascheu und ich war mal wieder zu langsam. Leuchttürme, Mitpaddler und andere quasistationäre Objekte sind einfachere Motive für den paddelnden Fotografen!

Wenige Minuten vor dem schönen Sonnenuntergang legten wir am Strand an. Eine tolle Tour bei besten Bedingungen war vorbei. Wir waren froh, das gute Wetter so intensiv genutzt zu haben.

Detlev Kalter

Fotos: Detlev Kalter