Kajak Aktiv

Fahrt in den Europahafen zur Avontuur

Fahrt in den Europahafen zur Avontuur

20 Tonnen fair gehandelter Kaffee aus Honduras und einige Fässer Rum und Gin hatte der restaurierte Frachtsegler Avantuur geladen. Natürlich war der Kaffee in Säcken gestaut und nicht wie allgemein heute üblich, als lose Ware in speziell dafür präparierten Containern. Der Kaffee wurde im Europahafen gelöscht, und zwar im Wesentlichen mit Muskelkraft. Transport und Entladen sollte unter minimalem CO 2 Ausstoß erfolgen.

Wir beschlossen, das Spektakel mit dem Kajak zu besuchen. Für einen Landgang hatten wir uns extra Straßenkleidung mit genommen. Schon auf dem Hinweg stellten wir fest, dass, entgegen unserem ersten Eindruck, der steife Nordwest doch nicht abgeflaut war. Die Weser hatte munter bewegtes Wasser und wenn uns eine Schauerboe erwischte, gab es sogar kleine Schaumkrönchen auf den Wellen. Auch als wir in den Hafen einfuhren gab es gerade wieder eines der kurzen Schauer mit starkem Wind, der direkt in die Einfahrt des Europahafens blies. Ein derart bewegtes Wasser habe ich dort noch nicht erlebt. Auch auf der Rückseite des Schwimmstegs war das Wasser noch stark bewegt. Leider versperrte dann ein vertäutes Boot einen Teil des ohnehin etwas schwierigen Kajakausstiegs. Das Aussteigen wäre zu riskant gewesen und so musste ich auf Fotos von Land aus und Sabine auf den ersehnten Kaffee verzichten. Auch der Aufforderung der „Schauerleute“ mit an zu packen, konnten wir leider mit nachkommen. Der Schwimmsteg war voller Leute, die mit Sackkarren die 70 kg schweren Kaffeesäcke abtransportierten und oben am Kai an Transporteure mit Lastenfahrrädern übergaben. Zuvor waren Bündel der Kaffeesäcke mittels Muskelkraft betriebenem Ladegeschirr aus dem Schiffsrumpf gehievt worden. Die Körperliche Arbeit schien den Beteiligten Spaß zu machen, auf den Gesichtern lag ein freudiges Lachen. Toll, dass es Leute gibt die solche Aktionen initieren und durchführen.

Die Rückfahrt war nachdem wir den Europahafen verlassen hatte einfach, der Wind blies uns nach Hause. Im Bereich bis Kelloggs gab es noch die eine oder andere kleine Surfwelle ab zu reiten. So kann man auch ohne ein Auto zu bewegen, schöne Paddelerlebnisse auf der Weser haben.

Wer mehr über den Frachtsegler wissen möchte, sollte Avontuur einfach googeln, es gibt da mehrere interessante Seiten.

Detlev Kalter

Fotos: Detlev Kalter