Kajak Aktiv

Spiekeroog Himmelfahrt 2017

Spiekeroog Himmelfahrt 2017

An den legendären Laramie-Wirt Edmund Jess (1928–1995), genannt Eddi, erinnert ein Song von Jonny Glut: „Ich hab noch Sand in den Schuhn von Spiekeroog“, der zur inoffiziellen Inselhymne geworden ist. (Wikipedia)

Das drückt treffend die Sehnsucht aus, die man nach einem Aufenthalt auf Spiekeroog haben kann. Vor allem, wenn man wie wir, mit dem Kajak anreist. Wir hatten dieses Jahr riesiges Glück mit dem Wetter und der Tide. Wir kommen nach einer zügigen recht windstillen und sonnigen Überfahrt auf dem Zeltplatz an. Viele kleine bunte Zelte sowie unzählige Ikea Taschen stehen schon in der Dünenlandschaft, die wie jedes Jahr über Himmelfahrt, fast ausschließlich von SeekajakfahrerInnen und deren Freunde bewohnt sind. Sehr ruhig, entspannt und friedlich wirkt die Atmosphäre. Keine Wohnmobile stören den Blick. Wir gehen erst mal zu Lars zum Kaffee trinken, Kuchen essen und akklimatisieren.

Am Freitag unternehmen wir eine Wanderung über die Insel, fast bis zum Ostende. Zwischen den Dünen duften die Kartoffelrosen, wir freuen uns an den bunten Wiesen und später an dem breiten langen Sandstrand, an dem man gut barfuß laufen kann. Birgit, unsere Ornithologin, bleibt schon bald zurück, da es interessante Vögel zu beobachten gibt. Das besondere heute ist der Nebel, der über die Insel zieht. Imposante Bilder bieten sich uns: Strandwanderer sowie Kajakfahrer auf dem Wasser sind bis zur Hälfte im Nebel verschwunden, tauchen später wieder auf, fast gespenstisch.

Am Samstag ist eine Inselumrundung möglich. Wir starten gemütlich um 12.00 Uhr. Inzwischen ist es auf der Insel so sonnig und schöne 26° C geworden, dass wir schon froh sind, auf dem Wasser eine etwas kühlere Brise zu bekommen. Wir haben wenig Wind, genießen das Glitzern und die Farbe des Wassers, den blauen Himmel und die Weite, die unendlich wirkt. Wir erkennen einige Plätze, an denen wir gestern entlanggewandert sind, nun bei strahlendem Sonnenschein. Wir kommen an der Insel Wangerooge vorbei und machen in der Nähe des Wracks eine ausgiebige Pause am Strand. Detlev hat die Tide perfekt berechnet, sodass wir nach 30 km wieder glücklich beim Zeltplatz sind. Seehunde erblicken wir dieses Mal gar nicht. Sind sie wohl an die Weser ausgewandert?

Abends kochen wir zusammen im Freien. Da wir so viele sind, haben wir einen „Vier – Flammen – Trangia – Kocher“ und können dadurch richtig tolle Gerichte mit viel frischem Gemüse kochen (dank Lars, dem Kioskbetreiber auf Spiekeroog, der bestes Bio Obst und Gemüse verkauft.) Wir haben stets so viel, dass wir noch Gäste einladen können. Danach wird es meist recht kühl und manche gehen jeweils ins Laramie um andere gute Paddelfreunde zu treffen. Die anderen genießen die Strandwanderung mit Blick auf Langeoog und einigen Segelschiffen, die sich trocken fallen ließen. Aber am letzten Abend ist es so windstill und lau, dass richtig viele Paddler unten am Strand sitzen, reden, lachen, den Sonnenuntergang genießen, bis tief in die Nacht – wohl eine seltene Gelegenheit auf Spiekeroog. Svend sagt während unseres Aufenthalts immer wieder: „Hier sehen alle Leute so zufrieden aus, das tut richtig gut.“ Wir können das alle nur bestätigen und sprechen gleichzeitig darüber, dass einem das nur auffällt, wenn man sich auch selbst wohl und unbeschwert fühlt. Auf Spiekeroog mit diesen Bedingungen ist das auch nicht schwer! Ich glaube, wir alle fühlten uns die paar Tage sehr wohl und erinnern uns gerne an Spiekeroog wenn wir noch die einen oder anderen Sandkörner im Schlafsack, Trangiakocher, hinter den Ohren oder eben in den Schuhen finden

Teilnehmer: Birgit (Lüneburg), 2x Sabine, Detlev, Svend, Kersten, Renate (Bremen)

Renate Bucher

Fotos: Detlev Kalter