Kajak Aktiv

Untereversand

Untereversand

Der vierte Versuch war es mit Sicherheit, aber es macht einfach keinen Spaß bei Starkwind und Regenschauern, und die waren immer wieder angesagt, stundenlang im Watt zu sitzen und auf den Tidenkipp zu warten. So hatten wir im Laufe des Frühjahrs mehrere geplante Touren abgesagt, bis es heute endlich geklappt hat. Auch zu dieser Tour hatten wir uns erst am Vorabend gegen 21 Uhr verabredet.

Der Wind wehte auf dem Hinweg zwar kräftig, Windfinder zeigte für Bremerhaven Messwerte von bis zu 5bf. 8 Meilen weiter draußen, wo wir paddelten, war es sicher noch ein wenig mehr. So gab es eine ziemlich sportliche Welle, denn der Wind blies gegen den Ebbstrom. Der Wurster Arm wird wenig befahren, außer einem Segler unter Motor, der uns überholte, waren wir allein. Vorbei an den alten Türmen von Meyers Ledge und dem Abzweig zum Weser-Elbe-Fahrwasser hatten wir nach etwa zwei Stunden unser Ziel, den alten Turm Untereversand erreicht. Der Turm steht neuerdings im Wasser, der Sand um den Turm hat sich verlagert, nur bei Niedrigwasser kann man noch zum Turm laufen.

Mindestens drei Stunden Pause auf dem Sand waren angesagt, denn wenn man zu früh den Rückweg antritt, erreicht man Wremen, wenn der Schlick auf der Rampe das Austeigen noch verhindert. Der Wind war etwas abgeflaut, und die Sonne wärmte uns, so ließ es sich aushalten.

Gegen 17.30 Uhr starteten wir und damit wir nicht zu früh in Wremen ankommen wollten, paddelten wir noch zum Oberfeuer Robbenplate. Durch Strömung und Rückenwind waren wir dennoch viel zu schnell, also Pause auf dem Wasser. Ein Seehund leistete uns ein wenig Gesellschaft. Kurz vor unserem Ziel, etwa bei Tonne W 14, tauchten plötzlich mehrere Schweinswale auf. Mit einer solchen Sichtung hatten wir im Juli gar nicht mehr gerechnet, umso größer war unsere Freude. Die Front, die sich bereits am Nachmittag angekündigt hatte, war jetzt kurz vor unserem Ziel in unserem Rücken deutlich erkennbar. Keine Gefahr für uns, aber in der Nacht sollte wieder Regen fallen.

Erwartungsgemäß war die Rampe im Hafen noch mit Schlick bedeckt (wir sind fast immer zu früh von unseren Touren zurück), allerdings fanden wir etwas weiter seewärts eine Stelle, an der wir halbwegs sauber aussteigen konnten.

Ein sehr schöner Tag auf See war zu Ende.

Detlev Kalter

Fotos: Detlev Kalter / Svend Linder