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Thaya-March

Thaya-March

Die deutsche Thaya entspringt im Niederöstreichischem Waldviertel und vereinigt sich in Raab mit der mährischen Thaya. Sie pendelt um die tschechisch-östereichische Grenze oder bildet sie. Ab dem tschechischen Breclav ist sie gut zu paddeln und fließt bei Hohenau in die March, die aus Tschechien/der Slowakei kommt und Grenzfluss zwischen Östereich und der Slowakei bis zur Einmündung in die Donau ist.

Dagmar und ich paddelten von Bernhardsthal, der letzten S-Bahnstation von Wien aus, bis zur Einmündung der March in die Donau. Das Auto hatten wir auf dem Zeltplatz in Petronell-Carnuntum abgestellt. Bilder von der Thaya im Internet hatten uns gereizt dort zu paddeln. Es wurde ein naturbelassener Fluss, der stark mäandert angepriesen. Das war er auch, aber kurz vor der Einmündung in die March reihte sich Daubelhütte an Daubelhütte mit den entsprechenden Daubeln davor. (siehe https://austria-forum.org/af/AEIOU/Daubel-Fischereihttps://austria-forum.org/af/AEIOU/Daubel-Fischerei) In deutlich geringerer Dichte setzten sich die Hütten an der March fort.

Nach der letztlich „wild romantischen“ Taya waren die ersten Kilometer auf der March eine Enttäuschung. Die March offensichtlich einst eine Wasserschifffahrtsstraße, erkennbar an den durchgehenden Steinschüttungen an beiden Ufern und Schifffahrtszeichen an den Brücken wirkte sehr kanalisiert. Rechts und links des Flusses zog sich größtenteils eine hohe Bewaldung hin.

Nach ca. zwei Kilometern hinter der Brücke bei Hohenau an der March erstreckten sich in den Innenkurven die ersten Sandbänke. Auf einigen hätte man auch zelten können. Nur das nahmen wir unglücklicher Weise nicht war, denn hinter Dürnkrut gab es keine Sandbänke mehr, nur noch recht steile Böschungen. Mit der Hoffnung irgendwo müsse noch eine Sandbank zum Übernachten kommen, paddelten wir verzweifelt suchend bis Angern an der March, wo wir dann unseren ganzen Kladderadatsch die Böschung hinauf schaffen mussten; es dunkelte. Auf diese Weise legten wir 50 km zurück und trauerten unserem vorherigen Übernachtungsplatz auf einer Sandbank mitten in der Thaya hinterher, den wir schon nach zwei Kilometern bei Sonnenschein zum Übernachten verführte.

Ab Angern waren es keine 40 km mehr bis zur Einmündung in die Donau. Trotz der schwachen Strömung kamen wir gut voran und erreichten am Nachmittag die Donau. Beim Einfahren in die Donau war Vorsicht geboten; das Wasser in der March stand, das der Donau – hier in der Außenkurve - schoss nur so vorbei. Stromab fahrend schummelten wir uns behutsam in die Donau und traversierten dann ans rechte Ufer. Das war’s.

Direkt gegenüber der Marcheinmündung hinter dem kiesigen Strand und einem Uferwäldchen befindet sich ein Parkplatz für Spaziergänger, Schwimmer und Sonnenanbeter. Der Ungartor-Bahnhof von Hainburg ist 4 km entfernt. Rückblickend würde ich das Auto dort stehen lassen.

Udo Weiterer

Fotos: Udo Weiterer