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Kenterung zum Jahresabschluss auf der Lehrde

Kenterung zum Jahresabschluss auf der Lehrde

Ein Blick auf das aktuelle Schmuddelwetter verdeutlicht unser Glück noch einmal: Für unsere Kleinflussfahrt auf der Lehrde haben wir den schönsten Tag zwischen den Jahren erwischt. Prächtiger Sonnenschein von morgens bis abends. Erste Flöckchen ereilten uns erst, als wir nach dem Abladen das Vereinsgelände wieder verließen. Auch der Wasserstand ist optimal, die Strömung gerade so stark, dass wir problemlos Hindernisse umfahren können. Aber der Fluss hält auch viele Hürden für uns bereit. Mehrfach müssen wir aussteigen oder uns flach wie eine Flunder machen, um unter den umgefallenen Bäumen durch zu kommen. Einmal geht’s mit großem Anlauf über einen quer im Wasser liegenden Baumstamm. Den Oberkörper nach hinten gelehnt, rutschen wir auf den Stamm, ruckeln nach vorne und Detlev zieht.

Ich bin froh, dass mir Detlev seinen T-Canon geliehen hat. Das Boot ist wendiger als ein Taifun vom Verein, was sich gerade in engen Kurven und bei Hindernissen bewährt. Viel Erfahrung habe ich mit Kleinflüssen nicht. So gelingt die Umfahrung manchmal erst nach dem Einlegen des Rückwärtsganges im zweiten Anlauf oder unter Zuhilfenahme der Hände. Eigentlich bin ich ganz zufrieden. Und dann reißt es mich doch rein. Wie es meistens so ist: Die Kenterung ereilt einen in einer eher leichten Stelle, wenn sich die Konzentration auf etwas anderes richtet. Gerade werfe ich noch einen Blick auf Renate, wie sie die Passage meistert und schon ist es passiert. Vergeblich versuche ich noch, mich auf das Paddel zu stützen und schon bin ich draußen. Es ist nicht so schlimm wie befürchtet. Trockenhose und Paddeljacke haben sich bewährt und das Wasser größtenteils abgehalten. Umziehen muss ich mich nicht mehr. Es sind nur noch gut 30 Minuten bis Stemmen, unserem Zielpunkt nach 13 Kilometern an der ehemaligen Wassermühle, die wir nach dreieinhalb Stunden erreichen.

Dann wandern wir die knapp zehn Kilometer mal über kaum befahrene Straßen, aber viel durch Waldwege zum Auto zurück, das wir gerade beim Einbruch der Dunkelheit erreichen. Unterwegs hatten wir schon einige Rehe gesehen, sprechen gerade von Wildunfällen, da sehen wir vor uns ein Warndreieck und die blinkende Warnleuchte. Detlev bietet Hilfe an, erfährt, dass der Förster für den Gnadenschuss des im Graben liegenden Tieres schon unterwegs ist.

Für Renate ist die Tour einer der Höhepunkte des Jahres und die Tour hätte zweifellos einen größeren Freundeskreis verdient.

Mitfahrer: Detlev, Renate, Steffen

Steffen Tost

Fotos: Renate Bucher und Detlev Kalter