Kajak Aktiv

Neun Tage Spiekeroog

Neun Tage Spiekeroog

Wenn das Wetter gut wird, fahren wir bereits am Wochenende vor Himmelfahrt nach Spiekeroog, hieß es wochenlang. Und das Wetter wurde gut. Sabine und Svend schlossen sich an, konnten aber nur bis Mittwoch bleiben. Wir brachten beide nach Neuhasi und holten andere Paddelkameraden dort ab, um mit denen über die Feiertage auf Spiekeroog zu bleiben und zu paddeln. Der Zeltplatz auf Spiekeroog ist etwas ganz besonderes: Da es auf der Insel keine Autos gibt, ist auch der Zeltplatz frei von Wohnwagen und Wohnmobilen. Dort hält man sich als Paddler mit kleinem Zelt gern länger auf.

Als wir am Freitag ankamen, mussten wir den Platz nur mit wenigen anderen Zeltern, Fasanen, Austernfischern und (Raub)Möwen teilen und so waren die Ikeataschen mit Reißverschluss höchst wertvoll. Dennoch nutzte eine Möwe einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit, uns ein angeschnittenes Brot zu rauben. Sabine und Svend hatten sich ein neues Zelt gegönnt und den Erstaufbau nach Spiekeroog verlegt, so dauerte es etwas länger, bis sie endlich einräumen konnten. Aber bis das Laramie öffnete, war ohnehin noch etwas Zeit.

Am Himmelfahrtstag änderte sich das Bild, die Vögel wurden weniger, dafür kamen immer mehr Zelter mit Kajaks und den Fähren an. Nun dominierten die Zelte das Bild. So früh im Jahr, bei dem guten Wetter nach einem zu langen Winter, waren alle echt gut drauf.

Der Wind wehte meist mäßig, nur gegen Mittag frischte er durch den thermischen Einfluss auf, so konnten wir schöne Touren fahren: Spiekeroog rund, Langeoog rund, raus zur Ansteuerungstonne Otzumer Balje mit Abstecher nach Langeoog. Die Meierei auf Langeoog wurde fast zum „Dauerziel“ so viele Paddlergruppen machten sich auf den Weg dorthin. Auch ein Strandaufenthalt auf Langeoog lockte immer mal wieder.

Das Paddeln ergänzen wir durch eine wohl 20km lange Strandwanderung zum Ostende Spiekeroogs. Die Tonne H5 hatte sich an den Strand verirrt, dafür war das Wrack, welches in der vergangenen Jahren fast zwei Meter hoch aus dem Sand ragte, verschwunden. An diesem Abend gönnten wir uns eine Pizza im Ort und waren froh schon früher bedient zu werden, hatten wir ursprünglich den Tisch später bestellt. Keiner hatte Lust, ein zweites Mal vom Zeltplatz in den Ort zu laufen. An den anderen Abenden gab es auf dem Trangia leckeres Selbstgekochtes.

Spiekeroog muss man selbst erleben, deshalb mache ich jetzt auch Schluss mit der Schreiberei, obwohl noch viel zu berichten wäre.

Text: Detlev Kalter

Fotos: Detlev Kalter