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Unsere erste Tour auf der Nordsee

Unsere erste Tour auf der Nordsee

Sonntag, 11 Uhr. Endlich ist es so weit. Unsere erste Tour auf der Nordsee (Jadebusen) steht an. Die Wettervorhersage verspricht gutes Wetter und wenig Wind. Perfekte Voraussetzungen also. Am Hafen angekommen laden wir gleich die Boote ab und bepacken sie. An der Rampe können wir problemlos einsteigen.

Hier im Hafen sieht das Wasser zunächst noch ruhig aus, doch das ändert sich sofort, sobald wir die Hafeneinfahrt hinter uns lassen. Unruhiges Kabbelwasser empfängt uns und ich bin überrascht angesichts des starken Windes. Ich kämpfe mit dem Wind, der mir dir Mütze vom Kopf zu wehen droht, und mit dem Salzwasser, das mir die Sicht nimmt. Doch Detlev gibt zuverlässig die Richtung vor. Als Neuling muss ich nichts weiter tun, als seinen Ausweisungen zu folgen. Vor der Querung des Fahrwassers sammeln wir uns als Gruppe, dann geht es los. Plötzlich bereiten mir die Wellen, mit denen ich gerade noch gekämpft habe, große Freude. Es geht auf und ab und viel zu schnell werden sie wieder kleiner.

Nun stehen zuerst ein Gruppenfoto vor dem Leuchtturm und dann ein Richtungswechsel auf dem Plan. Unser nächstes Ziel: Kuchen in Dangast.

Kamen die Wellen bisher von vorne, kommen sie nun von schräg hinten, kombiniert mit spürbarem Seitenwind. Da kommt die Aussage „Ihr dürft surfen!“ gerade recht. Mit der richtigen Welle und dem Warten auf den richtigen Zeitpunkt klappt das nach nur ein paar Versuchen schon ganz gut. Dann kommt auch schon Dangast in Sichtweite. Nach dem Anlanden tragen wir die Boote so weit an Land, dass das auflaufende Wasser sie nicht fortspülen kann, bevor es endlich zum versprochenen Rhabarberkuchen geht. Die lange Schlange vor dem Kuchenbuffet schreckt uns nicht ab und schneller als gedacht können wir uns mit Kaffee und Kuchen bewaffnet ein schönes Plätzchen suchen.

Nach einer guten Stunde sind wir gestärkt genug, um wieder aufzubrechen. Unser Weg führt uns grob entlang der Priggen zurück nach Wilhelmshaven. Wie auch schon am Vormittag ist das Wasser zunächst noch ruhig, ehe es wieder unruhiger wird. Wind und Wellen kommen jetzt von der Seite. Plötzlich neigt sich das Boot zur Seite und jagt mir damit einen gehörigen Schrecken ein. Aber alles geht gut. Das Boot richtet sich wieder gerade und mein Herzschlag beruhigt sich. Der Schreck ist überstanden und die Freude über die Wellen kommt zurück.

Wilhelmshaven ist in Sicht und wir halten direkt auf die Kaimauer zu, damit wir mit der starken Strömung in die Hafeneinfahrt getrieben werden. Doch ehe es so weit ist, gilt es noch das starke Kehrwasser zu bewältigen. Dank unserer erfahrenen Mitfahrer meistern wir auch diese Herausforderung. Und dann ist es geschafft. Wir sind im Hafen und vor uns liegt eine spiegelglatte Wasseroberfläche. Wir haben alle Wellen hinter uns gelassen.

Text: Doris Schoneberg

Fotos: Detlev Kalter