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Minsener Oog und Wangeooge Ost

Minsener Oog und Wangeooge Ost

Dieser Sommer macht es möglich: nicht nur die geplanten Touren können fast immer stattfinden, das Wetter meint es so gut mit uns, dass wir auch so manche spontane Tour „einschieben“. So eine Tour führte uns unlängst um Minsener Oog. Dort herrschen häufig recht turbulente Bedingungen, besonders bei alter Dünung und/oder starkem Wind aus NW. Dies ist ein Grund, weshalb wir dort nur selten paddeln. Wir hatten schwachen Südwind angesagt und mit alter Dünung rechneten wir auch nicht, das aber sollte etwas anders kommen. Bis zur Buhne C hatten war das Wasser glatt, der Ebbstrom brachte uns mit seiner Geschwindigkeit von 2-3 Knoten schnell voran. Bald waren wir in einer langen und schönen Dünung. Das Paddeln machte so richtig Spaß. Hinter Buhne C brachen sich erste Wellen in Strandnähe und hinter Buhne A mussten wir uns einen halbwegs komfortablen Weg durch die unregelmäßig laufenden Wellen suchen. „Fahrstuhlfahren“ ,kleine Surfs und das Eintauchen in brechende Wellen wechselten sich ab, bis wir kurz vor dem Strand von Wangooge Ost angelangt waren. Dort wollten wir den Tidenkipp abwarten. Auf dem feuchten Sand war es angenehm kühl, so einsam wie z.B. auf dem Knechtsand oder dem Untereversand ist es nicht, denn der Ort ist nicht allzu weit entfernt.

Ich nutzte die Pause für einen Spaziergang am Strand entlang zu den Pfahlresten des alten Wangeooger Anlegers. Obwohl der bereits seit Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben ist, gibt es noch erstaunlich viele Überreste zu sehen. Erstaunlich bei den rauen Bedingungen und zweimaliger Überflutung täglich.

Der Rückweg führte uns über die „Blaue Balje“ vorbei an Unmengen von Vögeln, die sich aber weder von uns, noch von den ankernden Plattbodenschiffen stören ließen. Minsener Oog ist übrigens eine künstliche Insel, eher ein Befestigungssystem mit Dämmen und Buhnen um die Jademündung vor der Versandung zu schützen. Errichtet wurde das Bauwerk, als der Kriegshafen Wilhelmshafen angelegt wurde. Heute ist die Insel größtenteils Vogelschutzgebiet und darf bis auf einen kleinen Zipfel im Süden nicht betreten werden.

Die fotografierten Seehunde lagen übrigens am Fahrwasserrand der Hafenausfahrt Horumersiel, wir ließen uns ruhig vorbei treiben bis auf zwei neugierige Tiere blieben sie auf dem Sand liegen.

Die Seehunde, die früher mal auf eine Sandbank im der „Blauen Balje“ lagen sind mit ihrer Sandbank weiter nach Süden gewandert und werden beim Befahren der „Blauen Balje“ nicht mehr gestört.

Die interessante Tour bei besten Bedingungen hat uns viel Spass gemacht.

Fotos: Detlev Kalter