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Baltrum

Baltrum

Die Überfahrt nach Baltrum ist nur sehr kurz. Um Hochwasser herum kann man einfach ab Hafenausfahrt Nessmersiel auf Nordkurs gehen und trifft genau auf die Hafeneinfahrt Baltrum`s. Wenn dann auf noch kaum Wind herrscht, ist die Fahrt nach Baltrum ideal für eine Schnuppertour auf See.

Wir waren kurz vor Sonnenuntergang im Hafen. Am nächsten Morgen paddelten wir zunächst zum Ostende Norderneys, dorthin wo seit 1968 das bunt bemalte Wrack des Schillsaugers Capella hoch auf dem Sand liegt und zu einem beliebten Ziel der Strandwanderer geworden ist. Früh am Morgen waren wir hier aber noch allein. Die Capella sollte eigentlich, in der Hoffnung auf eine gute Bergeprämie den Heringslogger „Ministerialrat Streil“, der zuvor gestrandet war, bergen. Man baggerte eine Rinne zum Logger, doch die Sanddrift war so stark, dass die Rinne zugeschüttet war und die Capella nun selbst festsaß. Monate später rückten starke Schlepper an und konnten den Heringslogger ins tiefe Wasser ziehen. Die Capella jedoch liegt seither am östlichste Ende Norderneys.

Wenige 100m hinter dem Zaun liegen zahlreiche Seehunde, die offenbar die Besucher gewöhnt sind und kaum mal den Kopf heben.

Wir haben viel Zeit, denn erst ab ca. 16.00 Uhr können wir das Baltrumer Wattfahrwasser passieren, erst als die ersten Kurgäste auftauchen, machen wir uns auf den Weg nach Langeoog

Vor der Othello Plate lief die Brandung gegen den Strand. Baltrum ist auf der Seeseite so gut wie vollständig von einem Außensand umgeben. Eine „Lagune“ mit ruhigem Wasser schließt sich an den Badestrand an. Wir genießen die Fahrt durch die glatte See. Erst am Ostende Baltrums laufen einige Wellen gegen den Strand.

Rüber ging es nach Langeoog, und schon war dort die zweite ausgiebige Strandpause in der spätsommerlichen Wärme angesagt. Das Wasser lief bereits zwei Stunden auf, als wir starteten. Hohe Wattflächen ließen aber erahnen, dass wir wohl noch nicht über das Wattenhoch paddeln konnten. So war es dann auch, wir saßen fest und eine weitere, jetzt aber kurze Pause im Boot war nötig. Die flachstehende Sonne verströmte eine wohlige Wärme und die Zeit vertrieben wir uns mit der Beobachtung der vielen Vögel, die hier im Watt ihr Fressen suchten.

Im Hauptfahrwasser passierten wir noch eine Sandbank mit vielen eng zusammen liegenden Seehunden, die sich ebenfalls nicht von uns stören ließen. Wegen des auflaufenden Wassers gab es dennoch Unruhe unter den Seehunden, es entbrannte ein Kampf um die höher gelegenen, trockenen Plätze.

Die Rampe im Hafen war noch etwas schlickig, also auch hier ist es günstig, nicht mehr als 1-2 h vor Hochwassser anzukommen.

Wir hatten das schöne Spätsommerwetter optimal genutzt.

Detlev Kalter

Fotos: Detlev Kalter / Svend Linder