Kajak Aktiv

Baltrum

Stand Up Paddling (SUP) Cabarete 2018

Eher sporadisch, wenn sich mal eine Gelegenheit bot, habe ich meine ersten Versuche auf dem SUP-Board zu paddeln unternommen. Meinen allerersten Kontakt mit dem SUP hatte ich auf Menorca. Die geliehenen Kajaks, mit denen wir eine fast komplette Inselumrundung hinter uns hatten, mussten wir abgeben, da sie für eine andere Veranstaltung benötigt wurden. So liehen wir uns SUP-Boards, ließen uns einweisen und übten auf dem nicht ganz ruhigen Mittelmeer. Spätere Gelegenheiten auf das Board zu gehen ließ ich oft aus. Das änderte sich erst, als ich in einem Magazin das Angebot einer SUP-Reise in die Dominikanische Republik fand. Es war zu verlockend dem grauen November für ein paar Tage entfliehen zu können und dabei auch noch Sport zu treiben. Also buchte ich die Reise. Um nicht als totales Greenhorn dorthin zu fahren, nahm ich mir nun, meist mehrmals in der Woche, ein Board, um zu trainieren.

Der SUP-Kurs fand in Cabarete, einem von Wind- und Kitesurfern dominierten Ort, statt. Die Vela-Surfschule liegt an einer etwas geschützteren Bucht. Sieben Tage waren für den Kurs angesetzt und die Schulungstage sollten wetterabhängig festgelegt werden. Am Ende waren wir an 10 Tagen, oft zweimal täglich auf dem Wasser, ein toller Erfolg.

Morgens um 7.00 Uhr, wenn der Wind noch schwach war und die Sonne noch nicht unbarmherzig vom Himmel knallte, fand die erste Einheit auf dem Wasser statt. Nach kurzer Einweisung und einer Banane zum „Vorfrühstück“ ging es los.

Die Hardboards liegen deutlich besser im Wasser als aufblasbare Boards, dennoch machten schon die ersten Wellen in Strandnähe den Unterschied zum SUPen auf der Weser klar. Jetzt war ständiges Ausgleichen durch Bein- und Körperarbeit gefordert. Unser Lehrer Jens führte uns immer weiter in Richtung offene See, wo eine recht beeindruckende bis knapp 3m hohe Dünung stand. Die Welle brach aber nur an den westlich und östlich von unserer Position liegenden Riffen und so war es „nur“ ein auf und ab. Etwas angsteinflößend wurde es, als wir den Bereich der Riffe hinter uns gelassen hatten und nur noch die offene See vor uns lag. Wir blickten nun von hinten in die Brandung über den Riffen, wo Paddler mit größerer Erfahrung versuchten zu surfen. Derartige Versuche, die ich späterin kleineren Wellen auch unternahm, endeten bei mir ausnahmslos im Wasser.

Aber nicht allen von uns bekam die Welle gut. Seekrankheit, wie ich auch schon bei Kajakern erlebt hatte, befiel eine Teilnehmerin richtig heftig. Zum Glück war Cedrik als Assistent dabei und schleppte die Seekranke zurück zum Strand.

So manche Welle zeigte auch mir gewisse Grenzen und meine Aktionen endeten im Wasser. Nicht tragisch bei Temperaturen zwischen 28° (Wasser) und 30° (Luft). Man sollte, wenn sich der Abstieg sich nicht mehr vermeiden lässt, möglichst weit ins Wasser springen, um das Aufschlagen auf dem Board zu vermeiden. Hardboards sind, wie der Name schon sagt, härter als die aufblasbaren Boards, das bekamen einige von uns zu spüren. Das Board ist mit der Leash gesichert und der Wiederaufstieg einfach. Wird alles zu heftig, kann man auch mal ein Stück im knien paddeln oder sich zum Relaxen auf das Board setzen oder legen, in dieser Hinsicht hat ein SUP-Board gegenüber einem Kajak einen echten Vorteil. Irgendwann werden dann auch die beeindruckenden Wellen „normal“

Nun scheint auch in der Karibik nicht immer nur die Sonne. An den ersten Tagen war es etwas „regnerisch“, was uns einen Anblick der besonderen Art verschaffte: auf dem Rückweg zum Strand überraschte uns ein tropischer Regenguss. Die Regentropfen fühlten sich an, wie Hagel. Die Sonne war aber nicht gänzlich verschwunden, sie produzierte einen fantastischen Regenbogen, der auf beiden Seiten bis ins Meer reichte, ich hatte das Gefühl, hindurch paddeln zu können. Schade, ich hatte meine Kamera im Hotel gelassen, so bleiben mir nur die Bilder im Kopf.

Gegen zehn Uhr trafen wir uns, noch in Badekleidung, beim ausgiebigen Frühstück im Strandrestaurant unseres Hotels. So war eigentlich auch gleichzeitig für das Mittagessen gesorgt.

Anschließend war relaxen angesagt: im Schatten der Palmen am Strand oder auch mal kurz versäumten Schlaf im Zimmer nachholen. Zwischendurch immer mal wieder baden in der herrlichen Brandung, so kann man die Zeit bis zum nachmittäglichen SUPen prima überbrücken. Wenn die Sonne gegen 15.00 Uhr wieder zu sinken beginnt, kann man es wieder gut auf dem Wasser aushalten, bis dann kurz vor Sonnenuntergang die „Happy Hour“ in den Strandbars beginnt. Auch diese Einrichtung sollte in den kommenden Tagen zu einem festen Ritual werden, meist im Voyvoy, der Bar, die der Surfschule angeschlossen war.

Nicht zuletzt durch die Kontakte während der „Happy Hour“ erweiterte sich unserer Gruppe von 10 Kursteilnehmern ständig. Schon an den ersten Tagen hatte sich ein schönes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, im Laufe der Zeit gesellten sich immer weitere Menschen aus verschiedenen Ländern zu uns. Interessante Gespräche entwickelten sich und alle zusammen hatten wir viel Spaß. Gemeinsam ging es zum Abendessen. Glück, dass eine sehr cabareteerfahrene Frau dabei war und immer wusste, wo wir am jeweiligen Abend am besten essen konnten. Den Tisch für die große Gruppe reservierte sie gleich mit. Ich genoss es, mal einfach nur mitmachen zu können, ohne selbst zu organisieren. Für den abendlichen Abschluss boten sich dann Disco, Bar oder Karaoke (nicht so ganz meins) an. Für einen unterhaltsamen Abend ist in Cabarete auf jeden Fall gesorgt.

Mehrere Male verließen wir den Strand von Cabarete. Ein Ausflug führte und zu Ruddy in seinen tropischen Garten. Ruddy hat ein paar Jahre in Deutschland gelebt, und erklärte uns in hervorragendem deutsch die Pflanzen in seinem Garten. Kakao , Bananenblüten, die rote Blüten des Ingwers, Papayas und Vieles mehr war zu bestaunen. Eine Frucht, ich habe mir den Namen nicht gemerkt, brach Ruddy auf und setzte uns mit der roten Paste so eine Art Kriegsbemalung ins Gesicht.

Heute hatten wir zur Abwechslung ganz ruhiges Wasser auf dem Rio Sabaneta. Wie überall in der Dom. Rep. ist es herrlich grün, zwischen Palmen und anderer tropischer Vegetation paddeln wir bis zur Lagune. Auf der Seeseite klatscht eine beeindruckende Brandung gegen den Strand, dort möchte ich nicht auf den SUP-Board stehen. Nach einem kurzen Besuch in Wilson´s Bar paddeln wir zurück und werden von Ruddy mit einem exzellenten Mittagessen erwartet. Gebratener Fisch mit kreolischen Beilagen, einfach lecker und bestimmt auch gesund.

Ein weitere Ausflug führte uns zur Lagune El Dudu, nicht nur für uns ein Ziel, sondern auch für viele Dominikaner, die die Höhlen besichtigen und im Höhlensee baden wollten. Es war Sonntag, und so gab es einen guten Einblick in dominikanisches Freizeitleben. Die SUP-Boards luden wir dann an der Playa Diamante ab. Eine herrliche, relativ ruhige tropische Bucht wartete auf uns. Einheimische Kinder mischten sich unter uns und kletterten auf die Boards, wenn wir pausierten. Mittags gab es wieder leckeren Fisch, diesmal an der Playa Grande. Statt hier nochmals auf das Wasser zu gehen schlug Jens vor, am nächsten Morgen in der Bucht von Sosua zu paddeln.

Spaß war besonders angesagt als wir das „Moster-SUP-Board“ ausprobierten. Darauf zu stehen gelang uns nur kurz. Die Wellen machten das ausblasbare Board sehr instabil. Und unser „Little Devil“, ein kleiner Dominikaner, der als blinder Passagier mitfuhr, machte sich einen Spaß daraus, uns weiter zu destabilisieren oder einzelne in Wasser zu schubsen. So war das Unternehmen mehr ein großer Badespaß, als ein sportlicher Ausflug.

Eine besondere Herausforderung war das von Jens Frau Audrey geleitet Yoga auf dem SUP-Board. Eine richtig ruhige Ecke in der Bucht gab es auch an dem Yoga-Tag nicht, zu der ohnehin instabilen Unterlage gesellte sich noch ein ständiges unregelmäßiges Schaukeln. Dennoch funktionierten alle Übungen im Knien und Liegen einigermaßen gut, im Stehen lief bei mir aber fast nichts, schon gar nicht auf einem Bein. Nicht nur ich landete mehrfach im Wasser, auch neben mir platschte es immer wieder, aber das Wasser war ja immer noch 28° warm…

Audrey bietet übrigens auch im Hotel Yoga und andere Aktivitäten an, es gibt also genügend Gelegenheit, sich sportlich zu betätigen.

Ich hätte es locker noch ein paar Tage länger in Cabarete ausgehalten, es war auf jeden Fall eine sehr schöne und aktive Zeit dort.

Wer mehr wissen will, kann mich gern ansprechen.

Detlev Kalter

Fotos: Detlev Kalter und andere