Kajak Aktiv

Baltrum

Lagerfeurtour 2018

Dieses Jahr sollte die Lagerfeuertour mal wieder stattfinden. Sie stieß auf großes Interesse, allerdings mussten sich 5 von 23 Teilnehmern krankheitsbedingt abmelden. So war jeder CX mit 6 Paddlern besetzt, fast eine Idealbesetzung, jedenfalls wenn man, wie wir, viel Gepäck an Bord hat.

Eigentlich war trübes Wetter vorhergesagt,aber immer wieder fand die Sonne ihren Weg durch die Wolken. Entsprechend gut war die Stimmung. Wegen des Werderspiels hatten wir die drei CX bereits am Vorabend auf dem Vereinsgelände des BSV in Achim abgelegt, was unsere morgendlichen Aktivitäten erheblich erleichterte. Die Weser hat immer noch einen sehr niedrigen Wasserstand, später wäre uns das fast zum Verhängnis geworden. Trotz der durch den niedrigen Wasserstand geringen Strömung liefen die Boote gut, und wir kamen flott voran. Die Mannschaften waren aus erfahrenen Winterpaddlern und Neulingen zusammengesetzt, so können auch unerfahrene Winterpaddler risikoarm eine Tour bei niedrigen Temperaturen mit paddeln.

An unserem Pausenplatz war schnell ein kleines Feuer entfacht und die Getränke auf den Kocher erwärmt. Apfelpunsch mit einem kleinen Schuss Calvados, unser Getränk auch auf den CX-Abendfahrten, und Kinderpunsch waren im Angebot und schmeckten allen Paddlern gut.

Das Feuer war bald heruntergebrannt und schon saßen wir wieder in den Booten. Immer noch gab es sonnige Abschnitte, eine wirklich schöne Fahrt! Auch unsere Ornithologin war mit der Ausbeute an Vogelsichtungen zufrieden, Entenarten die im Sommer nicht auf der Weser anzutreffen sind, Gänse, Bussarde und noch einiges mehr waren zu beobachten.

Kurz hinter der Autobahnbrücke rief ich die Schleuse an. Zu unserer Freude versprach uns der Schleusenwärter eine Schleusung gemeinsam mit einem etwas flussauf befindlichen Binnenschiff. Wir sollten an der Rampe warten und hinter dem Schiff in die Schleuse einfahren. Wir warteten geduldig. Irgendwann merkten wir, dass etwas nicht stimmte, das Binnenschiff kam nicht. Ein erneuter Anruf beim Schleusenwärter brachte Klarheit: der Binnenschiffer hatte sich entschieden, Feierabend zu machen und oberhalb der Schleuse angelegt. Erst einige weibliche Überredungskünste brachten den Schleusenwärter dazu, uns trotz des wenigen Wassers in der Weser zu schleusen.

Die Bootwagen an der Umtragestelle sind für den Transport der großen CX weniger geeignet, es sind nur zwei vorhanden und die standen auf der Talseite. Eine große, zeitaufwendige Aktion hätte uns gedroht. Übrigens hatten wir bereits einige Tage zuvor vorsichtshalber angefragt, ob eine Schleusung für uns möglich sei, was bestätigt worden war. Zum Glück kühlten wir jetzt „nur“ ein wenig aus, denn der folgende Schleusenvorgang dauerte etwa eine weitere halbe Stunde.

Umso schöner war es dann, im warmen Bootshaus das von Paddelkameraden vorbereitete Kaffeetrinken zu genießen.

Das knappe Schleusenwasser war übrigens nicht für uns verschwendet worden. Kurz nach unserer Ankunft am Bootshaus fuhren ein hell beleuchtetes Fahrgastschiff mit Passagieren, offenbar auf dem Weg zurück nach Verden, und ein Binnenschiff bergwärts. Für die hätte, die bei unserer Ankunft volle Schleusenkammer ohnehin geleert werden müssen.

Detlev Kalter

Fotos: Detlev Kalter, Sabine Schröter